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Erhöhter Blutdruck

Erhöhter Blutdruck

„Halt, mein Freund. Wer wird denn gleich in die Luft gehen?“ Der kleine Kerl aus der Zigarettenwerbung der 70er war ein klassischer Bluthochdruck-Patient – aufbrausend, schnell gestresst und passionierter Raucher. Neben Übergewicht, Bewegungsmangel und zu viel Alkohol gelten emotionaler Stress und Nikotin als Haupt-Risikofaktoren für erhöhten Blutdruck. Glücklicherweise bekommen 75 Prozent der Betroffenen ihre Blutdruckwerte wieder in den Griff – und damit auch die Risiken für das Herz-Kreislaufsystem.

Was bedeutet erhöhter Blutdruck?

Unser Blutdruckwerte geben an, mit welchem Druck das Herz Blut durch unseren Körper pumpt. Für den Pumpvorgang muss es sich regelmäßig zusammenziehen. In jenem Moment, in dem es sich am stärksten zusammenzieht, erreicht unser Blutdruck den höchsten Wert. Fachleute bezeichnen ihn als systolischen Blutdruck. Anschließend erschlafft das Herz und füllt sich erneut, kein weiteres Blut gelangt in die Arterien. Jetzt sinkt der Blutdruck auf seinen niedrigsten Wert. Er heißt diastolischer Blutdruck.


Die Blutdruckangabe besteht deshalb immer aus zwei Werten, dem höchsten und niedrigsten innerhalb des Pumpvorgangs. Gemessen wird in der Einheit mmHg, für „Millimeter Quecksilbersäule”.

Bei Erwachsenen gelten folgende Richtwerte:  

  • der optimale Blutdruck liegt unter 120/80 mmHg
  • als normal gilt alles unter 130/85 mmHg.
  • dauerhaft höhere Werte als 140/90 mmHg zeigen einen erhöhten Blutdruck an.

Unser Blutdruck ist allerdings keine absolut konstante Größe. Bei gesunden Menschen passt er sich an die jeweils aktuellen Anforderungen des Körpers an. Bei sportlicher Anstrengung etwa steigt er, im Schlaf sinkt er hingegen. So bleibt gewährleistet, dass alle Organe immer ausreichend und optimal durchblutet werden.

Für diese Flexibilität muss unser Körper in der Lage sein, die Herzleistung anzupassen und vor allem die Blutgefäße je nach Bedarf eng- oder weitzustellen. Die Gesundheit unserer Gefäße ist deshalb entscheidend dafür, wie gut unser Körper den Blutdruck regulieren kann.

Der Unterschied zwischen Menschen mit normalem Blutdruck und Bluthochdruckpatienten zeigt sich vor allem an den Durchschnittswerten, die tagsüber und nachts ermittelt werden.

Warum erhöhter Blutdruck gefährlich ist

Ständig erhöhter Blutdruck ist eine große Belastung für das Herz, das permanent extra kräftig pumpen muss – und für die Blutgefäße, die der erhöhten Druckbelastung standhalten müssen. Bluthochdruck (Hypertonie) gehört deshalb zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der häufigsten Todesursache im Erwachsenenalter. Nach Angaben des Robert Koch Institutes (RKI) weist ein Drittel der erwachsenen Deutschen deutlichen Bluthochdruck auf, also Werte über 140/90 mmHg.


Doch auch 60 Prozent der übrigen zwei Drittel haben keine optimalen Blutdruckwerte, sondern liegen bereits nah an der Grenze zur Hypertonie. Grenzwertige Messergebnisse (130 bis 139 mmHg systolisch und/oder 85 bis 89 mmHg diastolisch) werden zwar noch als hochnormal bezeichnet, ungefährlich sind sie aber nicht.
 

Das Problem: Ein erhöhter Blutdruck tut nicht weh und verursacht zunächst keine Symptome. Deshalb merken wir oft lange nichts davon. Doch auf Dauer schädigt er dennoch die Gefäße und das Herz – und das birgt Risiken. Langjähriger Bluthochdruck kann zu Arteriosklerose, Angina pectoris, koronarer Herzkrankheit, Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, Schlaganfällen und Herzinfarkten führen.

Wie erhöhter Blutdruck entsteht

Bei über 90 Prozent aller Bluthochdruckpatienten ist der Bluthochdruck selbst die Erkrankung. Er wird also nicht durch eine andere Krankheit ausgelöst. Man spricht dann von einer primären oder auch essenziellen arteriellen Hypertonie. Sie entsteht vor allem durch einen ungesunden Lebensstil und durch normale Alterungsprozesse, denn unsere Blutgefäße verlieren zunehmend an Elastizität, je älter wir werden.


Die sekundäre arterielle Hypertonie kommt viel seltener vor und trifft eher junge Menschen. Hier ist der Bluthochdruck Folge einer anderen Erkrankung – etwa einer Nierenerkrankung, einer Hormonstörung oder einer Gefäßkrankheit.Sobald die zugrundeliegende Krankheit erfolgreich behandelt wird, pendelt sich auch der Blutdruck wieder auf Normalwerte ein.


Übrigens können auch manche Medikamente den Blutdruck erhöhen – unter anderem die Antibabypille, Cortisonpräparate, abschwellende Nasentropfen, Rheumamittel und einige Appetitzügler.

Tipps & Tricks gegen hohen Blutdruck

Das Robert-Koch-Institut (RKI) nennt als wichtigste Risikofaktoren für erhöhten Blutdruck mangelnde Bewegung, Übergewicht, ungesunde Ernährung, Stress, Nikotin sowie Alkohol. Klare Sache, hier können wir gegensteuern und unseren Lebensstil optimieren:

 

  • Pfunde verlieren: Stark Übergewichtige leiden dreimal so häufig unter Bluthochdruck wie Normalgewichtige. Denn Bauchfett fördert Entzündungsprozesse. Und die begünstigen Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose), die wiederum eine höhere Pumpleistung des Herzens notwendig machen.
  • Loslaufen: Es muss nicht gleich eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder ein Marathontraining sein. Schon wer Spaziergänge, Treppensteigen und Fahrradfahren in den Alltag integriert, verbessert seine Durchblutung, hält die Blutgefäße elastisch und optimiert seine Blutfettwerte. 
  • Das Salz in der Suppe: Salz scheint uns für echten Genuss oft unverzichtbar, doch leider treibt es den Blutdruck in die Höhe. Mehr als ein gestrichener Teelöffel täglich (5 g) ist deshalb nicht drin. Es lohnt sich, stattdessen mit verschiedenen Gewürzen und frischen Kräutern zu experimentieren. Vorsicht: Fertiggerichte, Aufschnitt und Knabberkram enthalten oft eine Menge Salz.
  • Ein Gläschen in Ehren: Wer täglich mehr als 30 Gramm Alkohol (entspricht etwa einem Dreiviertelliter Bier oder einem Drittelliter Wein) zu sich nimmt, verdoppelt sein Risiko für Bluthochdruck gegenüber jemandem, der abstinent lebt. Alkohol deshalb nur in kleinen Mengen und nicht regelmäßig genießen.
  • Rauchzeichen: Rauchen belastet die Blutgefäße und fördert Arterienverkalkung. Wer den Glimmstängeln abschwört, beugt Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits effektiv vor. 
  • Druck rausnehmen: Egal ob Leistungsdruck im Job oder seelische Belastungen im Privaten – Dauerstress führt zu hohem Blutdruck. Denn sobald unser Körper Stresshormone ausgeschüttet, verengen sich die Blutgefäße, der Widerstand nimmt zu und unser Herz muss stärker pumpen. Hier gilt also: unbedingt für entspannenden Ausgleich sorgen, etwa mit Entspannungstechniken wie Progressiver Muskelentspannung.

 

Mit einem gesunden Lebensstil steigen übrigens auch unsere Chancen, unserem Familienschicksal zu entkommen. Wer enge Verwandte mit Bluthochdruck hat, gilt als familiär vorbelastet. Einer US-Studie zufolge ist das Risiko am höchsten, wenn die Eltern bereits vor dem 55. Lebensjahr betroffen waren. Wer gesund lebt und auf sich achtet, hält sein Erkrankungs-Risiko dennoch erfolgreich in Schach.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.

Quellenangaben

Gesundheitsinformation des Bundes >https://gesund.bund.de/bluthochdruck
Techniker Krankenkasse >https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/herz-kreislauf-erkrankungen/bluthochdruck-2015754
Robert-Koch-Institut >https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2017_01_gesundheitliche_lage3.pdf?__blob=publicationFile